Chronologie der Nazi Aktivitäten

Chronologie der Nazi Aktivitäten in Dortmund Wir haben eine leider noch unvollständige Übersicht der Aktivitäten der Neonazis in Dortmund aufgestellt.

Hier findet ihr eine unvollständige Chronologie von Nazi- Aktivitäten in Dortmund von Januar 2001 mit kleiner Lücke zwischen Juli 2003 und März 2005 (Falls ihr von weiteren Naziaktionen im Raum Dortmund wißt, mailt uns das bitte zu)
Weiterhin findet ihr unten einen Abriß der Naziaktivitäten von 1978 bis 2000

14./15.08.08 Anschlag auf das Parteibüro von “Die Linke”. Auf die Scheiben wurde mit einer Zwille mit Stahlkugel geschossen, dazu wurde ein Aufkleber, der die Verbechen des Hitler-Stellvertreters Hess leugnet, geklebt. Hintergrund ist wahrscheinlich die Anmeldung einer Demo gegen den Naziaufmarsch am 06.09. in Dortmund durch MitarbeiterInnen des Parteibüros.

24.07.08 Kulturwoche Freiräume: Aktivisten des “Nationalen Widerstandes Dortmunds” machten Fotos eine Gruppe von TheaterAktivistInnen beim Improtheater .
3 Begleiter konnten sehen wie die Nazis sich Notizen und Fotos machten. Als die Nazis darauf ansgesprochen wurden, zogen diese gleich CS-gas) und probierten die Leute damit anzugreifen. Diese wehrten sich ebenfallsmit mit CS-gas. Die nazis konnten vertrieben werden. Ein paar Tage später wurde auf der Internet Seite des Nationalen Widerstandes dazu aufgerufen, diese Leute zu finden.

11 07 2008 in der Nacht gegen 1 Uhr wurde Buttersäure in den Briefkastenschlitz des Hippiehaus gekippt. Dies fand damit geanu wie der Anschlag aufs Taranta Babu direkt in der Nacht vor einem
geplanten Vortrag des antifaschistischen Cafe MoveYA statt.

30.05.2008 Dortmund-Brechten, unangemeldeter Aufmarsch von ca. 20 Jugendlichen statt, die der rechten Szene zuzuordnen sind.

27.05.2008, die Nazi-Szene aus Dorstfeld versuchte verdeckt die Schülerinnen und Schüler des Reinoldus-Schiller-Gymnasium mit Papierstreifen mit Internetadresse des Nationalen Widerstands zu beeinflussen

24.05.2008 Gegen 02.50 Uhr erschienen, laut Angaben von Zeugen, ca. 10 vermummte Personen vor dem Lokal “HirschQ”, bewarfen den Eingangsbereich mit Stühlen und Tischen eines benachbarten Lokals und lieferten sich mit mehreren Gästen vor dem Lokal eine Schlägerei.

09.03.2008 ButtersäureAnschlag auf das Taranta Babu. Eine Gruppe von Nazis ist in das Kulturhaus eingebrochen und hat alles zerschlagen bzw. verwüstet. Erstmalig sollte dort das Cafe Move Ya stattfinden.

09.02.2008 In den Morgenstunden taucht eine Gruppe von „autonomen Nationalisten“ vor der „Hirsch-Q“ auf und fotografiert durch die geschlossene Fensterfront Gäste des Lokals.

04.02.2008: Gegen 19:15 flieht eine Person vor einer Gruppe von 5-6 „autonomen Nationalisten“ in die „Hirsch-Q“, da er zuvor von ihnen bedroht worden war. Die Neonazis bewerfen die Fensterfront der Gaststätte mit Flaschen, Holzklötzen und einem Stein

01.01.2008 Rechte Schläger greifen in der Silvesternacht Gäste vor einem Lokal auf der Reinoldistraße an.
In der gleichen Nacht wurde die Geschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen mit einem Hakenkreuz und dem Spruch „Braun statt grün” beschmiert.

31.12.2008 30 Rechte aus dem Kameradschftsspektrum laufen um 23.00 Uhr in einer Disco Nähe Friedensplatz auf und fordern, dass deutsche nationale Musik aufgelegt wird. Nachdem es zu Handgreiflichkeiten gekommen war, verließen diese nach Drohungen des Wirtes, die Polizei zu rufen, das Lokal.

17.11.2007 30 Neonazis greifen unter “Scheiß Türken – Scheiß Ausländer”- Rufen und unter Einsatz von Schlagstöcken, Pflastersteinen und einer Schusswaffe eine von vielen MigrantInnen besuchte Gastätte in der westlichen Innenstadt an. Die Polizei nahm 5 AntifaschistInnen fest.

07.10.2007: In den frühen Morgenstunden kommt eine Gruppe von ca. 15 Neonazis (Männer wie Frauen) in die „Hirsch-Q“, ohne zunächst aufzufallen. Sie werden schließlich vom Personal als Neonazis identifiziert, welches da sie trotz mehrmaliger Aufforderung nicht gehen wollen, die Polizei verständigt. Als diese vor Ort eintrifft beginnen die Nazis im Laden eine Schlägerei. Die Polizisten weigern sich die Gaststätte zu betreten mit der Begründung sich nicht „selbst zu gefährden“… Ein Nazi verlässt das Lokal und handelt für alle seine „Kameraden“ „freien Abzug“ mit den Polizisten aus.

01.09.2007 In den späten Abendstunden attackiert eine Gruppe von 15-20 „autonomen Nationalisten“ die Hirsch-Q. Die Täter werfen Flaschen, Pflastersteine und andere Wurfgeschosse gegen die, in diesem Fall geöffnete Fensterfront der Gaststätte. Der schnellen Reaktion des Türstehers, der die Fensterfront sofort schloss und verriegelte, ist es zu verdanken, dass die Wurfgeschosse nicht in vollem Umfang in die Gaststätte schlugen. Als die Neonazis merken, dass das Sicherheitsglas dem „Beschuss“ standhält, nehmen sie mit mehreren Personen den schweren Gehwegaufsteller (Brinkoffs—Werbe-Schild) und schlagen auf eine der Scheiben ein, bis diese berstet. Zeitgleich sprühen andere Täter erneut große Mengen eines chemischen Kampfstoffes in den Eingangsbereich und die Gaststätte und attackieren Gäste im Eingangs- und Außenbereich

01.09.2007 Neonaziaufmarsch zum Antikriegstag. Begleitet vomn Gegenkundgebung und Gegendemonstration marschieren ca. 400 Neonazis mit kruden Paraolen (”Nie wieder Krieg nach unserm Sieg” u.a.) geschützt von einem triesigen Polizeiaufgebot vom Hafen zmm Naziladen Donnerschlag in Dorstfeld

24.05.07 Ein 41-jähriger Dortmunder wurde vom Dortmunder Amtsgericht wegen seiner Hakenkreuztätowierung zu 80 Tagessätzen zu je 10 Euro verurteilt. Der arbeitslose Neonazi hatte das Tattoo während eines Sonnenbades entblößt. In das Urteil floss außerdem mit ein, dass in der Wohnung des Beklagten ein acht Quadratmeter großes Gemälde im Stile einer Hakenkreuz-Fahne an der Wand prangte. Das verfassungsfeindliche Symbol war vom Bürgersteig aus einzusehen.

21.05.07 Erneut wurden die Scheiben des linken Zentrums und Büros der Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE Ulla Jelpke in der Münsterstraße zerstört. Diesmal schrieben die Zerstörer ans Glas: „Dortmund ist unsere Stadt“.

17.05.07 Einige Neonazis überfielen 3 alternative Jugendliche auf der Brückstr. in der Dortmunder Innenstadt. 2 der Jugendlichen wurden durch Tritte und Schläge verletzt. Die Polizei konnte im Verlauf ihrer Fahndung 4 Tatverdächtige (”die der rechten Szene zuzuordnen sind”) festnehmen.

10.05.2007 Gegen 4 Uhr hält sich ein Gast der „Hirsch-Q“ auf der Brückstr. unmittelbar vor dem Lokal auf, welches bereits geschlossen und verwaist ist. Eine Gruppe von ca. 5 „autonomen Nationalisten“ beleidigt ihn zunächst, um ihn kurz darauf zu attackieren. Die Täter treten, als ihr Opfer am Boden liegt weiter auf dieses ein bis Anwohner diese anschreien, aufzuhören..

01.05.07 Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kapitalismus – Heraus zum 1. Mai!“ mobilisierten NPD, NVU und der freie Widerstand Dortmund (Dennis Giemsch) ca. 1.000 Nazis nach Dortmund. Nachdem von Gegendemonstranten die Gleise der S-Bahn, die die Nazis von Dorstfeld nach Körne bringen sollte, blockiert waren, machten sich diese ohne Genehmigung der Polizei auf den Weg zum Versammlungsort. Die Nazis konnten von der überraschten Polizei erst nach etwa 1,5 km aufgehalten werden. Daraufhin wurden sie mit teilweise städtischen Bussen zum Kundgebungsort an der Potthecke gebracht. Dort spielten mehrere Rechtsrockbands und unter anderem sprachen Siegfried Borchert sowie der NPD-Bundvorsitzende Udo Voigt. Laut Polizeiangaben wurden 19 Personen des rechten Spektrums festgenommen. Dieser Tag zeigt eine neue Dimension des Umgangs mit Nazis in Dortmund, da die Stadt den Platz für die Kundgebung zur Verfügung stellte, im Vorfeld sämtliche Plakate von Nazi-Gegnern von der Polizei systematisch entfernt wurden, der Stadtteil einen Tag im Ausnahmezustand war, randalierenden Nazis ein Shuttle-Service eingerichtet wurde sowie ihre Kundgebung weit über die vorgesehene Anmeldezeit nach hinten ausgedehnt werden konnte.

30.04.07 Bei einer Vorabendkundgebung unter dem Motto „Kapitalismus ist Krieg! – Nationaler Sozialismus ist die Lösung!“ trafen sich ca. 50 Nazis unterhalb der Katharinentreppe. Als Mitveranstalter trat der nordrheinwestfälische NPD-Landesverband auf. Anmelder der Kundgebung war Dennis Giemsch.

30.04.07 Erneuter Angriff auf die alternative Gaststätte „HirschQ“. Mehrere Nazis versuchten die Fensterfront mit Steinen einzuwerfen. Der herauseilende Wirt wurde mit Hitlergruss und „Sieg Heil“-Rufen begrüßt. Kurz darauf wurde ein PKW mit fünf Nazis von der Polizei angehalten, die angaben – um 3:30 !! – Flugblätter verteilen zu wollen. Ein politischer Hintergrund wurde nicht gesehen. Bereits eine Woche zuvor war die Fassade der „HirschQ“ mit Hakenkreuzen beschmiert worden.

29.04.2007:
Fast auf den Tag genau nach dem ersten Angriff attackieren 2 Neonazis die Fensterfront des geschlossenen Lokals mit Pflastersteinen. Da seit dem ersten Angriff Sicherheitsglas verbaut wurde, schlagen die Steine nicht ins innere des Lokals.

24.04.07 Bei der Verteilung von Flugblättern wurden JUSOS von Rechtsradikalen angegriffen. Bei der Auseinandersetzung wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen von den Nazis verletzt.

22.04.07 20 Neonazis greifen eine kleine Gruppe alternativer Jugendlicher auf der Katharinenstraße in der Dortmunder City an

22.04.07 “Unbekannte”zerstörten mit zwei Pflastersteinen die Schaufensterscheiben des Wahlkreisbüros von Ulla Jelpke, MdB DIE LINKE. in der Dortmunder Nordstadt, Grund war die Anmeldung der Demo zum Gedenken an den vor 2 Jahren ermordeten Punker Schmuddel durch ein Mitglied der Linkspartei

21.04.-28.04.07: Die gesamte Fensterfront der Gaststätte „Hirsch-Q“ wird mit Harkenkreuzen beschmiert.

21.04.07 Etwa 20 Nazis griffen nach einer NPD-Kundgebung in Essen eine kleine Gruppe alternativer Jugendlicher auf der Katharinenstraße in Dortmund an. An dem Überfall soll Dennis Giemsch beteiligt gewesen sein. Dabei wurden mehrere Jugendliche verletzt.

17.04.2007 4 „autonome Nationalisten“ attackieren auf der unteren Brückstr. eine Gruppe von 3 alternativen Jugendlichen, welche sich in die „Hirsch-Q“ flüchten. Die Nazis hatten auf die Jugendlichen eingeschlagen und getreten und sie Richtung Wall gedrängt

05.03.07 Das Jugendschöffengericht verurteilt einen 20 Jährigen, der an dem Überfall auf die alternative Kneipe „Hirsch-Q“ (siehe 28.04.06) beteiligt war zu 100 Sozialstunden plus Dauerarrest.

01.03.07 Neue Naziläden auf der Rheinischen Str. Andreas Obach, der Mieter des „Donnerschlags“ und Peter Voß, der ehemalige Mieter des Naziladens „buy or die“ haben eine neues Ladenlokal in der Rheinischen Str. 143 angemietet. Geplant sind wieder ein
Textilgeschäft und ein Tatoo-Laden, zurzeit wird renoviert.

26.02.07 Im Hinblick auf den angemeldeten Aufmarsch am 1. Mail verteilen 40 NPD Anhänger auf der Montagsdemo Flyer, Informationsmaterial und an Jugendliche die Rechtsrock CD. Nach dem Eintreffen der Polizei wird ein Platzverbot ausgesprochen.

19.02.07 Zwei alkoholisierte 31 und 23 Jahre alte Männer haben in der Nacht zum Dienstag einen 34- jährigen Somalier rassistisch beschimpft und mehrfach geschlagen, desweiteren wurde auch ein 38 -jähriger Bergkamener von ihnen angegriffen. Die Polizei nahm die zwei Verdächtigten fest und ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Volksverhetzung.

16.02.07 Die NPD verteilt Flyer vor der Arbeitsagentur Dortmund.

10.01.07 Die NPD verteilt Flyer und die Schulhof CD an die Schüler des Leopold Hoesch-Berufskolleg. Die Schule hat die Polizei eingeschaltet undder Staatsschutz prüft die Handzettel auf verfassungsfeindlichen Inhalt.

05.01.07 Dem Räumungsantrag zum Naziladen „Donnerschlag“ wurde stattgegeben.

22.12.06 Auf das Wohnhaus einer Anitfaschistin und eines Antifaschisten aus Dortmund wird in der Nacht ein Farbanschlag verübt und die Fassade beschmiert. Die „Anti-Antifa“ wünscht ein „Frohes Fest“. Wieder zeigt diese Tat die Unverschämtheit der Dortmunder Naziszene, die auf diese Weise versucht Andersdenkende einzuschüchtern.

07.12.06 Im Prozess gegen die Mitglieder der Rechtsrockband „Weiße Wölfe“ in dem es um den Straftatbestand der Volksverhetzung ging, musste die Staatsanwaltschaft eine Niederlage hinnehmen, da es V-Männern des Staatsschutzes untersagt worden war in dem Prozess auszusagen. Sänger der Band „Weiße Wölfe“ ist Marco Gottschalk – er ist ebenso Frontmann der Rechtsrockband „Oidoxie“ aus Dortmund-Brechten.

19.11.06 Am sog. „Heldengedenktag“ trafen sich nach eigenen Angaben ungefähr 35 Nationalsozialisten an einem bekannten Dortmunder Soldatendenkmal. Mit Fackeln, schwarz-weiss-roten Fahnen, Reden sowie nationalistisch-faschistischem Liedgut wurde toter Soldaten gedacht.

01.11.06 2.Tag der Verhandlung zur Räumung des Donnerschlags. Selbstbewusst behauptet der Mieter des Ladens: „Es gibt keine Räumung – der Laden besteht weiter.“ Motiviert wird er durch den Standpunkt des Richters: „…die Zivilkammer kann sich nicht an der Gesinnung eines Mieters orientieren…“ Es ist eine Frage der Zeit, wann die Betreiber erneut gegen geltendes Recht verstoßen und ihnen der Vermieter fristlos kündigen kann.

31.10.06 Räumungsklage gegen den Donnerschlag. Am Dortmunder Landgericht wird die Räumungsklage gegen den mutmaßlichen Neonazitreff „Donnerschlag“ in der Dortmunder Innenstadt verhandelt. Der Besitzer hat den Mietern des Ladenlokals gekündigt, weil es seiner Meinung nach ein Treffpunkt von Rechtsradikalen ist. Einer Verantwortlichen in dem Szenetreff soll Mitglied der als rechtsextrem geltenden „Kameradschaft Dortmund/Witten“ gewesen sein.

22.10.06 8 Neonazis versuchen sich unter die DGB- Demo zu mischen und linke Demonstrationsteilnehmer (u.a. Mitglieder der SDAJ) abzulichten. Nach dem beherzten Eingreifen der linken Demoteilnehmer wurden die Nazis von der Polizei in Gewahrsam genommen.

21.10.06 In der Brückstraße wird ein Antifaschist von einem Neonazi mit einer abgeschlagenen Bierflasche bedroht.

03.09.06 Offenbar dieselben Täter wie am 1.9. schlugen in der Nacht erneut in Dorstfeld zu und raubten einem 18-Jährigem das Handy. Die Polizei betont, dass sie Delikt derzeit als „Allgemeine- Kriminalität“ einstuft, nicht als „politische Straftat“.

02.09.06 Nazi-Aufmarsch unter dem Motto „Gegen imperialistische Kriegs-treiberei und Aggressionskriege. Für freie Völker in einer freien Welt.“ Ca. 250 Teilenehmer, Anmelder Dennis Giemsch, Christian Worch hatte eine 2. Aufmarsch angemeldet, der aber nicht stattfand.

01.09.06 Eine Horde glatzköpfiger Täter, mit Springerstiefeln, hat am späten Freitagabend zwei 16-Jährige in Dorstfeld überfallen. Die Täter prügelten mit Baseballschlägern auf ihre Opfer ein. Diese wurden leicht verletzt.

14.06.06 Hooligans liefern sich Straßenschlacht zum WM-Spiel Deutschland –Polen. Ca. 50 Neonazis (darunter auch regional bekannte Köpfe) trafen sich im Venker-Keller, um Unruhe zu stiften.

20.05.06 Nazikundgebung unter dem Titel „ Schöner Leben mit Naziläden“, Anmelder Dennis Giemsch, ca. 80 Teilnehmer Reaktion auf die Demo vom Bündnis Dortmund gegen Rechts „Schöner Leben ohne Naziläden“

28.04.06 Nazi-Angriff auf die alternative Kneipe Hirsch Q. Ca. 20 bis 30 vermummte und teilweise bewaffnete Neonazis griffen die Konzertbesucher an. Sie stürmten auf die Kneipe zu, warfen mit Pflastersteinen Scheiben ein, sprühten Tränengas in das Innere des Lokals, prügelten mit Schlagstöcken und traten mit Springerstiefeln auf Gäste ein. Mehrere Besucher der Kneipe wurden leicht verletzt, einer schwer. In der Nähe des Tatorts nahm die Polizei 18 Verdächtige fest und stellte Sturmhauben und einen Schlagstock sicher.

Wegen Landfriedensbruch, Nötigung und Sachbeschädigung verurteilt das Dortmunder Jugendschöffengericht Dietrich Surmann (22) und Dennis Giemsch (20). Surmann muss eine Geldstrafe von 2700 € bezahlen, Giemsch einen dreiwöchigen Dauer-Arrest absitzen. Beide hatten nach Ansicht des Gerichts im April 2005 gemeinsam mit „Kameraden“ mehrere Jugendliche angegriffen.

Der gegenüber dem Donnerschlag gelegene Tattoo- und Piercingladen wurde von Anke Salterberg, bei der Bundestagswahl 2005 Kandidatin der NPD in Gelsenkirchen, betrieben. Der Laden ist mittlerweile geschlossen-

Der Versuch von Björn Benjamin Thom, bei der Landtagswahl 2005 Kandidat der NPD in Gelsenkirchen, die Gasstätte Zum Treppchen neben dem Tattoo-Geschäft anzumieten scheiterte durch die Intervention der Bezirksvertretung Innenstadt- West.

04.02.06 ca. 100 Nazis marschieren von Dortmund – Nordstadt bis zur Möllerbrücke unter dem Motto „ Nationale Souveränität erhalten -Deutschland raus aus der EU“.

03.02.06 Naziaufmarsch unter dem Motto “Kapitalismus bekämpfen – Für einen sozialistischen Nationalismus“ in Dortmund – Aplerbeck, ca. 70 Teilnehmer

28.01.06 Trotz zahlreicher Bemühungen wird der Nazi-Aufmarsch in Dortmund und in anderen deutschen Städten erlaubt durch das Bundes-verfassungsgericht. Einen Tag nach dem Holocaust-Gedenktag versammeln sich ca. 280 Nazis am Südbad unter dem Motto: „Gegen staatliche Repressionen – Weg mit dem §130 StGB“. Abseits der Veranstaltung greift ein organisierter Greiftrupp der Nazis mehrere Personen an, die sie für Antifaschisten halten, diese werden teilweise erheblich verletzt. Da die Naziroute blockiert wird, löst der Veranstalter den Marsch auf, daraufhin randalieren ca. 60 Neonazis auf der Rheinischen Straße.

12.12.05 Versuch von ca. 20 Neonazis eine Veranstaltung des Bündnis Dortmund gegen Rechts zu stören.

17.11.05 Nicht als Mord, sondern als Totschlag bewertet die I. Jugendkammer die Tat des 17-Jährigen Skins, der am Ostermontag T. Schulz alias „Schmuddel“ erstochen hatte. Der Dortmunder wurde zu sieben Jahren Jungendstrafe verurteilt. Von einem politischen Motiv geht die Kammer nicht aus, sondern von einem Rollenverhalten eines in der Reife verzögerten 17-Jährigen.

03.09.05 Aufmarsch der Neonazi unter dem Motto „Antikriegstag 2005 – Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“ in Dortmund: Route vom Südbad bis nach Dorstfeld, trotz einer Blockade am Vinckeplatz ließ die Polizei die Nazis marschieren. Zwei Auszüge aus der Rede von Siegfried Borchardt: „Nie wieder Krieg nach unserem Sieg. Jedem Volk seine Nation, sein Reich. Da dem auserwählten aller Völker, nach eigenem bekunden, das Himmelreich gehört, brauchen wir uns darüber auch keinen Kopf zu machen.“

22.04.05 Zwei Antifaschisten wurden wiederum in der Heroldstrasse von 5 Neonazis bedroht. Einer hatte ein Nun-Chako dabei, ein anderer eine Gaspistole. Die Polizei konnte die Täter stellen, die Waffen beschlagnahmen und die Personen in Gewahrsam nehmen.

16.04.05 Ein Neonazi ermordet einen Punk durch fünf Messerstiche in Schwerte. Vor der Messerattacke soll der Täter rechtsradikale Parolen von sich gegeben haben.

15.04.05 Am Abend wurden 6 Punks, unter ihnen 4 Frauen an der Ecke Heroldstrasse / Nordstrasse von einem Neonazi mit einem Nun-Chaku bedroht. Weitere Neonazis befanden sich in einer anliegenden Wohnung. Von Bürgern wurde die Polizei gerufen. Die Nazis schrieen weitere Parolen und Morddrohungen aus dem Fenster. Die Polizei nahm den Neonazi in Gewahrsam.

09.04.05 Aus einer Kneipe gegenüber des „Langen August“ in der Braunschweiger Strasse wurde eine Antifaschistin von Neonazis mit einem Messer bedroht. Sie konnte sich glücklicherweise in einen Kiosk retten. Danach zogen die Nazis vor ihre Haustür.

31.03.05 6 Antifaschisten wurden auf Flyern und Plakaten namentlich genannt, die von den Anti-Antifa verteilt wurden.

30.03.05 Es kommt es zu einer weiteren Messerattacke auf einen Antifaschisten während der Mahnwache Kampstrasse

29.03.05 Während der Mahnwache für „Schmuddel“ kommt es zu weiteren Provokationen und Störungen von Neonazis.

28.03.05 Thomas Schulz, alias „Schmuddel“ wird durch einen 17-jährigen Neonazi an der U-Bahnstadion Kampstrasse durch mehrere Messerstiche ermordet. Die Neonaziszene bekennt sich zur Tat. Die „Kameradschaft Dortmund“ veröffentlich am 30.03. auf der Webseite des AB West, wie auch beim „Freien Widerstand“ eine Stellungsnahme unter dem Titel „Kamerad wegen Mordverdacht in U-Haft. Die Machtfrage wurde gestellt und wurde für uns befriedigend beantwortet: Dortmund ist unsere Stadt.“

26.03.05 Die „Borussenfront“ bekannt für ihre rechte Gesinnung feierte an diesem Tag in der Malinckrodtstraße ihren Gründungstag. Dabei kam es im Verlauf des Abends zu Ruhestörrungen und Pöbeleien. Auch wurde ein Staatsbürger aus Sri Lanka getreten und geschlagen. Die Polizei geht bis zu diesem Zeitpunkt nicht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

14.03.05 Naziaufmarsch gegen eine Kursreihe zum Thema: „Mit Stacheldraht gefesselt“. Die Veranstaltung wurde vom Aktionsbüro West mit ca. 100 Neonazis gestört, indem sie sehr lauten Rechtsrock über ihren Lautsprecherwagen laufen liefen.

12.07.03 Über 270 Neonazis demonstrieren gegen eine antifaschistische Demonstration in Dortmund-Brechten.

03.07.03 In Dortmund-Scharnhorst beleidigen drei Männer mit rassistischen Sprüchen Passanten und zeigen den Hitlergruß.

01.07.03 In Dortmund-Brechten beschimpft ein Neonazi eine rumänische Familie mit Nazi-Parolen.

21.06.03 Zwei Neonazis aus Witten und Dortmund rufen „Sieg Heil” in Dortmund-Körne, dummerweise direkt vor der Polizeiwache: Festnahme.

03.06.03 Fünf Nazis ziehen Parolen grölend durch die Dortmunder Innenstadt, bevor die Polizei sie festnimmt.

29.05.03 In Dortmund-Kirchlinde werden das evangelische Gemeindezentrum und mehrere Hauswände mit Hakenkreuzen, SS-Runen und rassistischen Sprüchen beschmiert.

27.05.03 Zwei Neonazis zeigen den “Hitlergruß” in der Disko “Big Island” und zetteln eine Schlägerei an.

08.05.03 Am Kriegerdenkmal in Dortmund-Löttringhausen inen 65 Nazis aus Dortmund und umliegen-en Städten den “Tag der Befreiung vom Faschismus”.

07.05.03 An der S-Bahn Haltestelle Oespel stechen drei neonazistische Skins mit einer abgebrochenen Bierflasche auf einen Fahrgast ein.

01.05.03 Zwei jugendliche Neonazis malen Hakenkreuze und rassistische Sprüche

26.04.03 Etwa 60 Neonazis veranstalten vor dem Amtsgericht eine “Protestkundgebung” gegen die Auslieferung des Neonazis Michael Krick. Beteiligt sind auch “Kameraden” aus dem Sauerland und von der niederländischen Neonazi-Partei NVU.

20.04.03 18 Neonazis feiern “Führers Geburtstag” auf einem ehemaligen Militärgelände in Dortmund-Dorstfeld.

24.03.03 Rund 70 Neonazis führen eine “Antikriegskundgebung” unter dem Motto “Kein Krieg Für IsraÖl” in der Innenstadt durch.

20.03.03 Vor der neonazistischen Demo in Essen zu Kriegs-beginn ziehen 20 Neonazis in einem Mini-Aufmarsch durch Dortmund.

19.02.03 Ca. 70 Neonazis demonstrieren am Hauptbahnhof unter dem Motto “Gegen linke Hetze und Bloßstellung von nationalgesinnten Deutschen” gegen eine antifaschistische Informationsveranstaltung zum Thema RechtsRock.

05.02.03 45 Neonazis marschieren durch Brechten, als Reaktion auf einen spontanen Besuch von Antifaschistinnen beim “Oidoxie”-Sänger Marko Gottschalk.

25.01.03 Ca. 200 Nazis marschieren unter Führung der VOG unter dem Motto “Todesstrafe für Kinderschänder” durch Dortmund-Scharnhorst.

Jan. 2003 In Eving werden an Garagen und Autos, u.a. bei einem Bezirksvertreter, NS-Parolen gesprüht.

23.11.02 15 Gabbers greifen im Hauptbahnhof Migrantinnen an

13.10.02 Zwei jugendliche Rechte greifen einen dunkelhäutigen Mann an.

01.10.02 Eine siebenköpfige Neonazigruppe greift zwei ausländische Mitarbeiter der DB in einer S-Bahn an.

30.08.02 54 Neonazis feiern am Dortmund-Ems-Kanal in Dortmund-Groppenbruch.

20.08.02 Drei türkische und libanesische Jugendliche werden in der Straßenbahn von 2 Rechten angegriffen und verletzt.

27.07.02 Borchardt, Gottschalk u.a. provozieren mit “Hitlergruß” und “Sieg Heil’-Rufen eine antifaschistische Demonstration.

13.07.02 Eine Pkw-Scheibe mit dem Aufkleber “Gegen Rechts” wird von Rechten zerstört; fünf Nazis verletzen einen 21-Jährigen bei einer Auseinandersetzung in der Disko “Big Island”. Drei Jugendliche werden in Dorstfeld beschimpft, bedroht und verfolgt.

06.07.02 6 Neonazis attackieren und beleidigen dunkelhäutige Fahrgäste in der Straßenbahn.

22.06.02 200 Neonazis feiern auf einem Brachgelände am Dortmund-Ems-Kanal.

17.06.02 15 Neonazis verfolgen und verprügeln zwei Migranten in der Innenstadt.

10.06.02 50 Neonazis stören ein Sommerfest einer Kleingartenanlage in Dorstfeld mit “Sieg-Heil”-Rufen.

12.05.02 Neonazis, darunter Siggi Borchardt und Karin Lenzdorf, demonstrieren vor den Event-Hallen in Schüren, weil dort die “Borussenfront’-Party nicht stattfinden durfte.

08.05.02 Am Tag der Befreiung versammeln sich 60 Dortmunder Neonazis an einem Kriegerdenkmal in Oespel/Kley. Hauptredner ist der Altnazi Friedhelm Busse aus München.

20.04.02 Wie in den Vorjahren feiern 80 Neonazis in Dort-mund-Brechten Hitlers Geburtstag.

03.04.02 12 Neonazis zwischen 15 und 21 Jahren rufen an der S-Bahn-Haltestelle in Dortmund-Oespel rassistische Parolen.

30./31.3.02 Ein Neonazi-Konzert zum 20-jährigen Bestehen der Dortmunder “Borussenfront” in den “Event-Hallen” kann aus “baupolizeilichen Gründen” nicht stattfinden. Eine Ersatzveranstaltung mit 600 Teilnehmerinnen findet in Hessen statt.

16.03.02 Das größte Neonazi-Konzert in NRW, mit fünf Bands und 1.500 Besucherinnen, findet in den Schürener “Event-Hallen” statt.

21.01.02 Vier rechte Skinheads überfallen zwei Jugendliche im Rahmer Wald, weil einer angeblich wie ein “Linker” aussieht.

Die Rechte und der antifaschistische Widerstand 11/2000

- Chronologischer Abriß der letzten 20 Jahre –

1978 1500 DemonstrantInnen in Kamen gegen das Landesausbildungszentrum der NPD / Junge Nationale „Gut Barenbräuker“. Z.T. militärische Ausbildung unter dem 22 jährigen „Rottenführer“ Michael Kühnen. In den Folgejahren immer wieder Anlaß zu Demonstrationen und Protesten. Das Gut wurde durch eine Ordnungsverfügung des Kamener Stadtdirektors geschlossen. Endgültig erst nach langem Rechtsstreit in 1/1982.

Mai 1978 NPD-Kundgebung auf dem Alten Markt trotz Polizeiverbot vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen erlaubt. 300 DemonstrantInnen werfen Eier auf rund 25 jugendliche NPDler.

Aug. 1978 Unter dem Motto „Ausländerstopp – NPD wählen!“ findet auf dem Alten Markt eine Kundgebung mit den NPD-NRW-Spitzenkandidaten Major Lindner (später von der Bundeswehr suspendiert) Und rechtsanwalt Mussgnug statt. Proteste durch zahlreiche Organisationen, u.a. der Naturfreundejugend und der Hoesch-Vertrauensleute – „Die Kundgebung ist ein Schlag ins Gesicht aller Gewerkschafter”.

Okt. 1978 NPD-Kundgebung mit Ausländerhetze auf dem Alten Markt,
u.a. hatte die VKL und Jugendvertretung von Hoesch den OB Samtlebe aufgefordert, diese Kundgebung zu verbieten.

1980 Viel Protest forderte die NPD-Aktion „Initiative Ausländerstopp“ heraus, dessen Hauptverantwortliche der Major Lindner und der Hagener Fernuniprof. Hagen Prehl waren

Sept. 1980 Bombenanschlag an der Menglinghauserstraße in Persebeck auf ein Bahnhäuschen. Für die 3 Explosionen wurde als Sprengstoff roter Phosphor verwendet – wie zuvor beim Anschlag auf dem Münchner Oktoberfest. Es entstand „nur“ Sachschaden, die Täter wurden nie ermittelt.

April 1981 Neonazis beschmieren kurz vor der Karfreitags-Gedenkfeier das Bittermark-Denkmal mit Hakenkreuzen, „Heil Hitler“, „Lügen“ und „Judensau“.

Juni 1981 400 – 500 Nazianhänger kommen zum Deutschlandtreffen der NPD auf dem Nordmarkt unter dem Motto „17.Juni – Kampftag für ein vereintes Deutschland“. Außer dem Polizeipräsidenten war kein Politiker darüber informiert. Zahlreichen Gegendemonstranten versuchten gegen ein massives Polizeiaufgebot die Kundgebung zu verhindern. Ein Bürger, der ein Plakat mit der Aufschrift: „Verbot aller faschistischer Organisationen“ trug, wurde verhaftet und zur Feststellung seiner Personalien auf die Wache genommen.

Juli 1981 Zwei Führer der Wehrsportgruppen aus Dortmund – Albrecht und Gröning – sitzen in Untersuchungshaft wegen Banküberfälle und illegalen Waffenbesitzes. Sie sind an der niederländischen Grenze festgenommen worden.

1982 Es finden zahlreiche Aktionen zum Erhalt und Ausbau der Steinwache als Zentrum gegen den Faschismus statt. Viele Organisationen und Einzelpersonen engagieren sich dafür.

Mai 1982 Über 2000 Menschen protestieren gegen den NPD-Parteitag in Witten. Der Versuch der Stadt, diesen Parteitag zu verbieten, scheitert am OLG Münster.

Sept. 1982 In Herdecke werden die Wohnungen von 4 Rädelsführer der Neonazi-Szene durchsucht und ein großes Waffenarsenal und Nazi-Stahlhelme sichergestellt. Zuvor gab es einen Überfall mit Schlägerei in einem Jugendzentrum auf türkische Jugendliche.

Febr. 1983 Deutsche und Türken gehen gemeinsam gegen eine NPD-Veranstaltung auf dem Alten Markt vor. Anlaß war auch das Verbot der türkischen Organisationen „Dev Sol“ und „Halk Der“ durch Innenminister Zimmermann.

Aug. 1983 Die „Borussenfront“ mit dem Neonazi Siggi Borchardt an der Spitze randalieren nach dem Heimspiel gegen den HSV vor einem türkischen Kulturzentrum im Norden. Sie rufen: „Türken ab nach Ankara!“. Der Prozeß gegen ihn wegen Landesfriedensbruch erfolgt erst im Juni 1985!

Jan. 1984 Bei einer Demonstration von rund 700 Menschen gegen die Ausländerfeindlichkeit werden 25 Rechtsradikale festgenommen.
Sie waren mit NPD-Plakaten, Schußwaffen, Stahlkugeln und Reizgassprühgeräten angereist, um die Kundgebung zu stören.

April 1984 Die Polizei schützt eine DVU-Veranstaltung mit dem Münschner Verleger Frey und dem britischen „Nazi-Historiker“ David Irving im „Römischen Kaiser“. Der Hotelbesitzer und SPD-Stadtrat Semmler hatte sie zur Hilfe gegen die zahlreichen DemonstrantInnen (ca. 200) gerufen.

Sept. 1984 Der AK „Ausländer und Deutsche in der IG Metall“ verurteilt die Verteilung von FAP-Flugblättern an den Schulen. Hier wurde „Ausländerrückführung“ und „Zuzugsstopp gegen Arbeitslosigkeit“ gefordert.

Mai 1985 Überall in der Stadt – besonders um den Borsigplatz – wurde ein Plakat geklebt, das die Fotos von 11 Mitgliedern u.a. auch von „SS-Siggi“ der „Borussenfront“ der FAP zeigt, damit die Rechte Szene ein Gesicht bekommt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt, da kein Presseverantwortlicher auf dem Plakaten stand.

Mai 1985 250 DemonstrantInnen verhindern eine Wahlversammlung der FAP auf dem Stahlwerksplatz. 60 z.T. mit Holzlatten bewaffnete Neonazis werden unter Polizeischutz zu einem Bus gebracht.
Dieser fährt in eine leere Lagerhalle, wo die Versammlung dann doch stattfindet.

Juni 1985 Die Vertreterversammlung der IG Metall fordert ein Verbot der FAP. Die Synode der evangelischen Kirchenkreise Nord-Ost schließt sich dem an.

Juli 1985 16 FAP-Anhänger mit „SS-Siggi“ an der Spitze stören eine Veranstaltung der „Lütgendortmunder Initiative gegen Neonazis“.
Seitdem er wieder aus dem Knast ist, nehmen die Aktivitäten wieder zu.

Aug. 1985 Die FAP will ein Büro in der Schlosserstraße beziehen. Die Jusos und die AsF protestieren dagegen. Ebenso die Hoesch-VKL und die IG Metall. Es wird ein breites Bündnis dagegen gegründet.
Die Hoesch-Auszubildenden erstellen und bringen eine Mahntafel
in Gedenken an die durch den Faschismus ermordeten Hoesch-Kollegen an.
Daraufhin gibt es einen Demonstrationszug mit mehreren Hundert Hoesch-Kollegen auch von den zwei anderen Werken zur Schlosserstraße. Farbbeutel fliegen gegen das Büro. Später trifft dann auch der Demozug des Bündnisses ein. Ein großes Polizeiaufgebot schützt allerdings das Büro, daß aber bereits einige Tage zuvor mit Wissen der Polizei eröffnet wurde. Der starke öffentliche Protest führt zur Schließung des Büros.
Als Rache wurde wenige Tage später ein MLPD-Infostand am Borsigplatz von Neonazis verwüstet.

Okt. 1985 In den darauffolgenden Monaten gab es viele Veranstaltungen und Initiativen in der ganzen Stadt mit der Forderung nach einem Verbot der FAP. Dem folgte auch eine große Demo gegen die FAP.

Mai 1986 Eine Schülerin, die in Scharnhorst Hakenkreuze mit Farbe übermalte, sollte wegen Schmierereien angeklagt werden. Erst nach zahlreichen Protesten wurde von der Stadt die Anklage zurückgezogen.

Okt. 1986 Eine DVU-Veranstaltung im Goldsaal wurde durch zahlreiche DemonstrantInnen verhindert. Zuvor hatte das Dortmunder Amtsgericht die Kündigung des Vertrages durch die Westfalenhallen AG aufgehoben.

April 1987 Der NRW-NPD-Parteitag im Grävingholz wird von über 200 DemonstratInnen verhindert. Der DGB-Kreisvorsitzende Schneider und der BR+VKL von Hoesch hatten zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen zum Protest aufgerufen. Zuvor hatte die Wirtin der NPD den Vertrag gekündigt.

Juli 1987 Sprühaktionen mit Naziemblemen in Bövinghausen.
Steinwurf durch ein Fenster einer Antifa-Familie in der Liebigstraße im Kreuzviertel.

Sept. 1987 Rund 150 Menschen kommen zur Gründung einer Initiative gegen die neonazistischen Umtriebe und Schmiereien an den Schulen zusammen. Es gründet sich die “Bürgerinitiative Innenstadt West gegen Neonazis”, kurz “Antifa West” genannt. Sie ist bis Ende der 90er aktiv.

Okt. 1987 Eine Demonstration gegen die Ausländerfeindlichkeit führt vom Nordmarkt zum Rheinoldivorplatz. Es wird das FAP-Verbot gefordert.

Nov. 1987 Bei einer Gedenkfeier am Volkstrauertag auf dem Hauptfriedhof hält ein nicht offizieller Redner plötzlich eine Ansprache an „die Kameraden der Waffen-SS und Ritterkreuzträger“. GegendemonstrantInnen zeigen ein Transparent mit der Aufschrift: „Soldaten sind Täter, keine Opfer“. Es kommt zu Tumulten.

Seit Sommer 1987 ist „SS-Siggi“ wieder aus dem Knast und die neonazistischen Aktivitäten nehmen deutlich sichtbar zu. Obwohl er sich nicht an die Bewährungsauflagen hält, unternimmt das OLG Münster nichts.

Nov. 1988 1000 DemonstrantInnen führen einen Schweigemarsch durch die Nordstadt zur Steinwache, um den Opfern der Greueltaten des Faschismus zu gedenken.

Jan. 1989 Nach einer Demonstration aus Anlaß des 56. Jahrestages der Machteergreifung der Faschisten kommt es in der Nordstadt am Cafe Avanti zu Zusammenstößen zwischen AntifaschistInnen und Neonazis. Es gab Verhaftungen bei den Linken, die Neonazis konnten unbehelligt entkommen.

Febr. 1989 Rund 1000 Menschen kommen zu einem „Protestzug gegen Rechts“ in die Innenstadt.
Trotz der Demo, Menschenketten und zahlreichen Protesten wird das Cafe Avanti 3 Wochen später geräumt und geschlossen. Angeblich soll nach Aussagen der Polizei von hier ständig Gewalt ausgegangen sein.

April 1989 150 DemonstrantInnen verhindern DVU-Auftritt.

Mai 1989 Trotz Erlaubnis durch das Gericht verhindern rund 200 DemonstrantInnen eine Veranstaltung von DVU-Frey auf dem Platz von Leeds.

Aug. 1989 Mehrere Menschen der Antifa-Szene besetzen ein leerstehendes Haus in der Brunnenstraße. Hier soll nach der Schließung des Avanti ein neues Antifa-Zentrum entstehen. Trotz Proteste und Demo räumt die Polizei das Haus.

9/89 Wahlnacht: Reps ins Rathaus
Demo, Rechter Anhänger zusammengetreten – stirbt später

91/92/93 Debatte über Asylrecht
Folge: Zunahme der Überfälle auf Fremdenheime
– Hoesch-Telefonkette zum Schutz
– Zahlreiche Schüleraktionen und Demos
– 20 000 Menschen auf dem Friedensplatz gegen Ausländerhaß „5 nach 12“
– 2/93: 80 000 Menschen mit Lichterkette rund um den Wall

Mitte 90iger Antiantifa – Liste mit sogenannten“Volksfeinden – Aufrufe im Internet – u.a. auch der Dortmunder Journalist Uli Sander

2/ 2000 Schließung des „Schützeneck“ in der Schützenstraße – Treff und Ausgangspunkt rechtsradikaler Angriffe in der Nordstadt

4/2000 Jagd auf Ausländer in der Nordstadt am Karfreitag. Spontane Mahnwache vor Ort von Teilnehmern an der Gedenkveranstaltung in der Bittermark. Gründung des “Bündnis Dortmund gegen Rechts”

5/2000 Demo am 1.Mai-Nachmittags, veranstaltet vom Bündnis Dortmund gegen Re chts.

7/2000 Berger – Neonazi und DVU-Mitglied – obwohl vom Verfassungsschutz observiert erschießt auf der Flucht 2 Polizisten und eine Polizistin
- danach tauchen Aufkleber auf: 3:1 für Deutschland – verantwortlich die „Kameradschaft Dortmund“ – „SS-Siggi“ steckt dahinter

10/2000 Angriff auf das alternative Zentrum „Langer August“ in der Braunschweiger Straße. Rund 30 Rechte von der Polizei zwar eingekesselt, aber außer „SS-Siggi“ – der ja schon bekannt war – keine Personalien aufgenommen.

11/2000 Waffenbörse in der Westfalenhalle: in der Vergangenheit auch immer wieder Ort für Nazi-Propaganda-Material und Original Nazi-Abzeichen. Nach öffentlichen Druck – plötzlich alle Embleme verschwunden.
- nach einer Fete des Jugendamtes in einer Brechtener Grundschule am Scharfen Eck grölen angetrunkene Neonazis ausländerfeindliche Parolen – 2 von ihnen wurden festgenommen
- letztes Wochenende muß die Polizei und Feuerwehr gegen eine Kellerfete in der Nordstadt von Neonazis unter Führung von „SS-Siggi“ vorgehen, nach diese neonazistische Parolen wie „Sieg-Heil“ gerufen hatten. Der Polizei war jedoch bekannt, daß dieser Keller nach der Schließung des „Schützenecks“ als neue Treffpunkt der Neonazi-Szene galt.


1 Antwort auf “Chronologie der Nazi Aktivitäten”


  1. 1 Blog-o-mat 26. August 2008 um 21:01 Uhr

    Hi, das ist ein (automatisch erzeugter) Kommentar.
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